Buchführung für Sterbehilfeorganisation
Kritik ist die Dignitas gewohnt. Der Zweck und die Praktiken der Sterbehilfeorganisation sind es, die viele erzürnt. Seit einiger Zeit haben Kritiker jedoch einen weitere Angriffspunkt gefunden: nämlich die Buchhaltung und die zu wenig transparente Organisation der Geschäfte.
Die wenig professionellen Rechnungsabschlüsse der schweizer Organisation bieten eine gute Angriffsfläche: Denn der Dignitas-Gründer Ludwig A. Minelli hatte schon mehrfach angekündigt, sich der Buchführung seiner Organisation anzunehmen, und diese Verzögerungstaktik nährt den Verdacht der Kritiker. Die vermuten, dass sich der Generalsekretär persönlich durch Spenden an die Dignitas bereichert. Indiz dafür könnte die erstaunliche Vermögensentwicklung von Minelli sein: So ist das Privatvermögen des Gründers in den vergangenen zehn Jahren von null auf zwei Millionen gestiegen. Das schweizer Blatt „Der Beobachter“ bringt diese Entwicklung in Zusammenhang mit den von Dignitas vor einigen Jahren von 3.000 auf 7.500 Franken angehobenen Kosten für professionelle Sterbebegleitung.
Minelli selbst bestreitet jeden Zusammenhang zwischen Vermögenszuwachs und Einnahmen und Spenden von Dignitas. Stattdessen erklärt der Anwalt seinen Reichtum mit Erbschaften und der Aufwertung einer privaten Liegenschaft. Seine Tätigkeit bei Dignitas habe ihm, im Gegenteil, in den vergangenen Jahren so gut wie kein Einkommen beschert.
Ob als Reaktion auf die Kritik oder aus eigener Einsicht, Dignitas will seine Buchhaltung jetzt endgültig in professionelle Hände geben, für Anfang Juli ist deshalb ein Treffen mit einer externen Firma vereinbart. Diese soll Rechnungsabschlüsse für die vergangenen 12 Jahre der Vereinstätigkeit bearbeiten und publizierbar machen.
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