Schutz für Konten von Schuldnern
Schulden haben ist sowieso nicht besonders witzig. Wenn aber sogar das Konto gepfändet wird, wird das Leben der Betroffenen häufig zum Spießroutenlauf, denn bisher waren dann auch Zahlungen für Miete, Strom und Nahrungsmittel blockiert. Das neue P-Konto schützt einen Mindestbetrag vor dem Zugriff der Gläubiger.
Mit der neuen Regelung bleibt Schuldnern die Möglichkeit, während einer Kontopfändung über einen unpfändbaren Teil ihrer Einkünfte zu verfügen und so weiter am Wirtschaftsleben teilzunehmen.
Schutz des Mindestbedarfs
Ab 1. Juli gilt die Reform und ermöglicht es von Schulden belasteten Menschen, ihr Girokonto in ein P-Konto umzuwandeln. Der Schutz dient der Sicherung einer angemessenen Lebensführung des Schuldners und eventueller Unterhaltsempfänger. Dabei besteht automatisch eine Pfändungsschutz für Guthaben in Höhe des Grundfreibetrages von derzeit 985,15 Euro pro Monat. Muss der Kontoinhaber Unterhalt zahlen, erhöht sich der Betrag um 370,76 für die erste und um 206,56 für jede weitere abhängige Person. Und auch Kindergeld und bestimmte Sozialleistungen werden zusätzlich geschützt.
Banken und Sparkassen erschweren den Schuldenabbau jedoch indem sie solche Konten mit gesonderten Gebühren belasten. Besonders Sparkassen tun sich mit dieser Praxis hervor – biz zu 15 Euro in Monat verlangen die Geldhäuser von den Betroffenen. Verbraucherschützer vermuten, das die Gebühren die unliebsamen Kunden vergraulen oder fernhalten sollen. Der zentrale Kreditausschuss verteidigt die Praxis hingegen damit, dass mit der Regelung zusätzliche Belastungen auf die Kreditwirtschaft zukommen, die bisher von Vollstreckungsgerichten erfüllt wurden.
Kritik durch Verbraucherschützer
Damit die Wirkung des P-Kontos nicht durch die Gebühren-Praxis der Banken zu kontakariert wird, schaltete sich nun auch Ministerin Ilse Aigner Wirkung ein Die oberste Verbraucherschützerin mahnte an, “keine Aufschläge zur normalen Kontoführungsgebühr” zu verlangen. “Denn ohne Giro-Konto”, so die Ministerin, “lässt sich der Alltag kaum organisieren.”
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